Linux vs. Windows. Ein leidiges Thema
Wer mich kennt, weiß, dass ich ein großer Fürsprecher für Linux-Distributionen bin. Es ist auf der anderen Seite nicht etwa so, dass ich nur beruflich bedingt viel mit Windows arbeite, nein, ich bin auch ein Fan von Microsoft im Allgemeinen und Windows im Speziellen. Wie bei vielen Kehrseiten vieler Medaillen, gibt es auch unter den Betriebssystemen Existenzberechtigungen für alle (selbstverständlich betrifft das auch MacOS, alle Unix-Derivate, meinetwegen auch BeOS (oder wie auch immer es derzeit heißen mag) und AmigaOS).
Während ich Privat immer mal wieder überlege, komplett auf Linux umzusteigen (und mein persönlicher Favorit gegenwärtig, wie auch schon in den letzten Jahren, Ubuntu ist), scheitert es doch zumeist an Kleinigkeiten. Es kann schon ein einziges Tool/Programm/Spiel reichen, um dafür zu sorgen, dass der Umstieg mal wieder nichts wird.
Joel Spolsky hat dazu etwas unglaublich Interessantes in seinem Strategiepapier #2 “Das Henne und Ei Problem” geschrieben:
“In Betaversionen von Windows 95 funktionierte SimCity bei Tests nicht. Microsoft fand den Fehler und fügte speziellen Code zu Windows 95 hinzu, der nach SimCity sucht. Wenn SimCity läuft, läßt er den Speicherallozierer in einem bestimmten Modus laufen, sodaß der Speicher nicht sofort freigegeben wird. Das ist die Art von besessener Rückwärtskompatibilität, die die Leute dazu gebracht hat, auf Windows 95 umzusteigen.”
Und wie schaut’s unter Linux aus? Es gibt Wine. Es gibt VBox. Ja. Aber weder das eine noch das andere ermöglicht es mir z.B. meinen iPod Touch mit iTunes zu synchronisieren. Das ist der einzige Grund, weshalb ich ein natives Windows brauche.
Und solange ich ein natives Windows habe, werde ich es auch benutzen. Dann wird halt doch mal wieder Live Once Care installiert (das ich abonniert habe; warum es solange also nicht nutzen). In dem Zusammenhang werden andere Windows Rechner in meinem Haushalt auch darüber verwaltet. Wozu sich auch die Mühe machen, eine alternative Finanzverwaltungssoftware zu suchen und damit umzugehen zu lernen, wenn doch in meinem nativen Windows Lexware Quicken prima funktioniert?
Und da haben wir’s: Plötzlich ist Windows nicht mehr das System, das nur noch für ein paar Kleinigkeiten da ist, sondern Linux. Und was von diesen Kleinigkeiten übrig bleibt ist der überaus geniale Compiz Fusion Desktop, der zwar rockt, aber irgendwie nicht Grund genug ist, Linux zu starten, wenn ich für alle Sachen, die ich wirlich machen will, Windows brauche…

