Linux vs. Windows. Ein leidiges Thema

Posted under Ubuntu von admin on Montag 29 September 2008 at 8:49

Wer mich kennt, weiß, dass ich ein großer Fürsprecher für Linux-Distributionen bin. Es ist auf der anderen Seite nicht etwa so, dass ich nur beruflich bedingt viel mit Windows arbeite, nein, ich bin auch ein Fan von Microsoft im Allgemeinen und Windows im Speziellen. Wie bei vielen Kehrseiten vieler Medaillen, gibt es auch unter den Betriebssystemen Existenzberechtigungen für alle (selbstverständlich betrifft das auch MacOS, alle Unix-Derivate, meinetwegen auch BeOS (oder wie auch immer es derzeit heißen mag) und AmigaOS).

Während ich Privat immer mal wieder überlege, komplett auf Linux umzusteigen (und mein persönlicher Favorit gegenwärtig, wie auch schon in den letzten Jahren, Ubuntu ist), scheitert es doch zumeist an Kleinigkeiten. Es kann schon ein einziges Tool/Programm/Spiel reichen, um dafür zu sorgen, dass der Umstieg mal wieder nichts wird.

Joel Spolsky hat dazu etwas unglaublich Interessantes in seinem Strategiepapier #2 “Das Henne und Ei Problem” geschrieben:

“In Betaversionen von Windows 95 funktionierte SimCity bei Tests nicht. Microsoft fand den Fehler und fügte speziellen Code zu Windows 95 hinzu, der nach SimCity sucht. Wenn SimCity läuft, läßt er den Speicherallozierer in einem bestimmten Modus laufen, sodaß der Speicher nicht sofort freigegeben wird. Das ist die Art von besessener Rückwärtskompatibilität, die die Leute dazu gebracht hat, auf Windows 95 umzusteigen.”

Und wie schaut’s unter Linux aus? Es gibt Wine. Es gibt VBox. Ja. Aber weder das eine noch das andere ermöglicht es mir z.B. meinen iPod Touch mit iTunes zu synchronisieren. Das ist der einzige Grund, weshalb ich ein natives Windows brauche.

Und solange ich ein natives Windows habe, werde ich es auch benutzen. Dann wird halt doch mal wieder Live Once Care installiert (das ich abonniert habe; warum es solange also nicht nutzen). In dem Zusammenhang werden andere Windows Rechner in meinem Haushalt auch darüber verwaltet. Wozu sich auch die Mühe machen, eine alternative Finanzverwaltungssoftware zu suchen und damit umzugehen zu lernen, wenn doch in meinem nativen Windows Lexware Quicken prima funktioniert?

Und da haben wir’s: Plötzlich ist Windows nicht mehr das System, das nur noch für ein paar Kleinigkeiten da ist, sondern Linux. Und was von diesen Kleinigkeiten übrig bleibt ist der überaus geniale Compiz Fusion Desktop, der zwar rockt, aber irgendwie nicht Grund genug ist, Linux zu starten, wenn ich für alle Sachen, die ich wirlich machen will, Windows brauche…


Trackmania Nations unter Ubuntu 8.04

Posted under Ubuntu von cjacob on Sonntag 14 September 2008 at 15:43

Trackmania Nations hatte es mir schon unter Windows angetan. Wie schön, dass es auch unter Linux läuft. Da es natürlich keine native Linux-Version gibt, wird Wine benötigt.

Hierzu sollte unter Ubuntu die aktuellste Entwicklerversion von Wine installiert werden und dann anschließend TMS nach dieser Anleitung. Damit sollte es klappen.


Second Life goes IM

Posted under Entwicklung, Second Life von cjacob on Samstag 13 September 2008 at 22:45

Es ist einige Zeit her, dass ich dieses Thema bereits schon einmal angegangen bin. Mein erklärtes Ziel damals: Die Implementation eines Instant Messengers, der es Second Life Benutzern möglich macht, sich miteinander zu unterhalten, wie sie es von Programmen wie z.B. dem Microsoft Windows Live Messenger gewohnt sind.

Nach einigen Experimenten mit dem damaligen libSL, kam ich zu dem Schluss, dass so etwas problemlos möglich sein sollte. Was folgte, war ein Proof-of-Concept unter Windows Vista mithilfe vom Microsoft Visual Studio 2005 Express.

 

 

Mittlerweile bin ich mit meinem Desktop auf Ubuntu 8.04 migriert. Nichts desto trotz sollte es möglich sein, diese Idee dennoch umzusetzen. Allerdings sehe ich nicht (mehr) die Notwendigkeit, einen vollständigen Instant Messenger zu implementieren. Da es eine hohe Verfügbarkeit von sogenannten Multi-Messenger Programmen gibt, macht eine Integration in einen solchen am meisten Sinn.

Unter Ubuntu müssen daher einige Voraussetzungen erfüllt sein:

  • Ein möglicherweise vorhandener Multi-Messenger Client muss in Mono/C# verfügbar sein
  • Es sollte möglich sein, ein eigenes Protokoll zu implementieren
  •  

Fündig wurde ich mit Galaxium. Bei Galaxium handelt es sich um einen Multi-Messenger Client, der alle Voraussetzungen erfüllt. Er integriert sich hervorragend in Gnome, ist in Mono/C# geschrieben, die Sourcen sind via Subversion verfügbar und es ist eine offene Schnittstelle für die Erweiterung durch eigene Protokolle vorgesehen.

Ich habe daher einen Abend investiert, um herauszufinden, ob es prinzipiell möglich ist, den Second Life Chat in Galaxium zu integrieren. Es hat nicht lange gedauert, OpenMetaverse mit MonoDevelop zu kompilieren und eine eigene kleine GTK-Anwendung zu schreiben, die sich in SL an- und abmeldet. Ein wenig länger dauerte es, Galaxium selbst zu kompilieren, da eine Menge Abhängigkeiten zu verschiedenen Entwicklungs-Bibliotheken aufgelöst werden mussten.

Dennoch: Am Ende hatte ich eine eigenes SL-Protokoll mit eigener Anmeldemaske (erweitert um Vor- und Nachname), Login und Logoff. Es geht also.

Jetzt muss ich nur noch jemanden finden, der diese Idee auch tatsächlich über einen Proof-of-Concept hinaus umsetzt.


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